Jun
09
2008
0

Ruhe-, Putz- und Flicktag

Ruhetag in Sandau, 9. Juni, 0,00 km!

Muss ja auch mal sein!
Aber so ganz gebe ich mich dem Müßiggang nicht hin. Fahrrad putzen und ölen. Schaltung justieren (endlich habe ich wieder alle Gänge am Rad). In Havelberg (standesgemäß von Daddy chauffiert) habe ich dann auch gleich noch ’ne neue Sitzgelegenheit erworben. Ich nenne ihn mal den Gynäkologensattel (siehe Bild, unschwer an der Öffnung zu erkennen). Ich hoffe, dass ich damit etwas weniger Probleme habe. Nicht dass ich in Strausberg auf meinem Ross wie John Wayne einreite und dann einen ebenso breitbeinigen Gang habe 🙂 .
Und etwas ganz luxuriöses ist es ja, wenn man, ganz wie früher, die Wäsche von Muttern gewaschen bekommt. Gutes Essen und viel Ruhe (ist ja auch brütend heiß).
Eben Ruuuhetag …

Ach ja, und am Rande noch das. Offenbar macht meine Seite die Runde und wird nach und nach bekannt im Netz.

Bericht auf Berlin-Bookmarks.de

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Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
08
2008
4

Etappe 8 – Wassersuppe und futtern bei Muttern

Hohennauen – Sandau (Elbe), 8. Juni, 57 km

Brötchen sind auf dem Campingplatz nicht zu bekommen und so richtig ist auch sonst nichts mehr im Proviantsack. Die Alternative fürs Frühstück wäre der Gasthof „Schwarzer Adler“. Aber im Angesicht der lediglich 57 km zum Ziel, entscheide ich mich, einfach das Frühstück auszulassen. Also rauf auf den Drahtesel und ab die Post.
Auf wenig befahrenen Asphaltstraßen geht die Tour weiter. Kurz vor Wassersuppe (ja der Ort heißt wirklich so) landet nur fünf Meter neben mir am Feldrand ein Habicht mit seiner Beute in den Klauen. Unglaublich! Aber noch bevor ich die Kamera bereit habe, hat er mich erspäht und fliegt weiter.
Überhaupt bekomme ich heute jede Menge lebendige Natur geboten. Mehrmals erschrecke ich, wenn ein Reh im Feld oder Wald neben mir aufspringt, weil es sich durch mich gestört fühlt.
Auf gut asphaltierten Straßen bzw. guten Betonwegen, geht es voran. Immer wieder führt mich die Tour durch kleine Dörfchen. Bei Stölln ist reger Segelflugbetrieb. Hier liegt ja auch die Wiege der Luftfahrt. Otto Lilienthal hat an dieser Stelle seine Flugversuche unternommen und heute befindet sich hier auch das Lilienthal-Museum in einer IL-62 der ehemaligen Interflug. Es sieht schon ein wenig merkwürdig aus, wie der große Vogel da so auf dem Acker steht. Ich war schon mehrfach in Stölln und so lasse ich das Ganze rechts liegen, ärgere mich aber später doch, dass ich den Jet nicht fotografiert habe.
Inzwischen knurrt mein Magen doch gehörig und es kostet mich einiges an Überwindung, am Gasthof „Zum 1. Flieger“ vorbeizufahren. Auch später muss ich mich mit der Aussicht auf gutes Essen bei Muttern motivieren, um nicht irgendwo einzukehren.
Hinter Rhinow geht es dann, in weitem Bogen und auf holprigen Betonplattenwegen in die idyllischen Havelauen. Auch hier wieder viel Natur und allerlei Vögel. Das entschädigt wieder etwas für die schlechten Wege.
Ab Strodehne ist Schluss mit lustig. Auf einer viel befahrenen Landstraße muss ich mich jetzt bewegen. Da kommt eher keine Freude auf. Wenigstens komme ich so schnell voran.
Kurz hinter Jederitz steht ein Biker neben seiner Chopper am Straßenrand und blättert, scheinbar hilflos, in seinen Karten. Mich überkommt mal wieder mein Helfersyndrom und ich halte an, um ihm Hilfe anzubieten. Schließlich kenne ich die Gegend mittlerweile recht gut. Er sagt, dass alles okay wäre und so radel ich weiter. Etwas später überholt er mich hupend und grüßend. Allerdings ist er jetzt nicht mehr allein auf dem Bike. Alles klar, seine Motorbiene brauchte nur mal ’ne Pause im Gebüsch. Da hätte ich wirklich nicht helfen können. 🙂 🙂
Endlich erreiche ich Havelberg und setze zum Endspurt an. Es ist kurz vor zwölf und es gilt, pünktlich zum Essen zu sein. Sechs nach zwölf schlage ich dann in Sandau, bei meinen Eltern, auf. Genau richtig zum Mittagessen. Der Tisch ist auch schon gedeckt. Meine Schwester nebst Mann und Kindern ist auch da und so ist das Familientreffen fast perfekt. Mein Körper schaltet schlagartig auf „Ich lass es mir jetzt mal gut gehen“ und ich genieße das gute Essen und die nette Gesellschaft.
Später suche ich mir dann in dem reichhaltigen Fahrradfundus meiner Eltern einen breiteren und bequemeren Sattel, um ihn auf mein Rad zu schrauben. Morgen werde ich nochmal in Havelberg schauen, ob ich etwas noch gesäßschonenderes finde.

Gerade stelle ich fest, dass mein Smartphone kein einziges der heute aufgenommenen Bilder gespeichert hat. Wollte einfach mal die Speicherkarte nicht mehr erkennen. Sch… Tolle Neuerwerbung.

Insgesamt bin ich jetzt ca. 743 km gefahren und habe mir und meinem Allerwertesten einen Ruhetag verdient.

Höhenprofil
Geschwindigkeits Profil
Etappe 8 Tourendaten

Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
07
2008
2

Etappe 7 – Wenn schon keinen Kater dann wenigstens einen Wolf

Kloster Lehnin – Hohennauen, 7. Juni, 96 km

Trotz bester Partylaune und Freibier habe ich noch rechtzeitig die Notbremse gezogen. So kommt es, dass ich heute rechtschaffend müde aber ohne Brummschädel erwache.
Traugott hatte geplant, dass wir im benachbarten Künstlercafe frühstücken, aber dort ist alles dicht. So gibt es nur ein paar Kekse und Cornflakes, aber wenigstens Kaffee.
Während die Kinder im Klostersee planschen, halten Daniela, Traugott und ich noch ein Pläuschchen. Ich bin träge und kann mich irgendwie kaum aufraffen. Laufen fällt auch schwer, da die Achillessehnen immer noch schmerzen. Das kann ja heiter werden 🙁 .
Aber irgendwann raffe ich mich doch auf und packe meine Plünnen.
Schon kurz nachdem ich losgefahren bin, merke ich, dass es richtig gut läuft. Ich komme flott voran. Obwohl ich noch heftige Schmerzen in den Beinen habe. Auch mein Problem im verlängerten Rücken meldet sich wieder. Da hat mich mittlerweile ganz schön der Wolf gebissen.
Dennoch strample ich Kilometer um Kilometer einfach so weg.
In Jeserig, kurz vor Brandenburg, passiert es dann. Ich lege meinen ersten Sturz der Tour hin. Und was für einen! In flotter Fahrt versuche ich die Schaltung nachzujustieren (die braucht dringend Öl). Dabei verreiße ich den Lenker und lande mit einer Art Kopfsprung im Graben. Bei Tempo 28!
Nachdem ich dort wie eine Bombe eingeschlagen bin, sortiere ich erst mal wieder mich und mein Fahrrad. Ich bin heilfroh, wie üblich, mit Helm gefahren zu sein. Der hat einige Schrammen abbekommen und der Sonnenschirm ist abgebrochen. Da hab‘ ich noch mal Schwein gehabt! Ich habe nur einige kleine Schrammen (habe ja inzwischen ausreichend Sturztraining hinter mir). Das Fahrrad ist nur voller Gras und Sand. Sonst nix.
Und weiter! Brandenburg durchfahre ich recht zügig. Hier war ich schon auf Paddelboottour.
Auf schönen, asphaltierten Waldwegen geht es um Breitling- und Möserschen See. Später dann nach Plaue am Plauer See. Ab hier folge ich, mehr oder weniger nahe, dem Lauf der Havel.
Bis Havelsee muss ich allerdings auf der stark befahrenen Landstraße, ohne Radweg, fahren. Kein Vergnügen. Auch im weiteren Verlauf ist dies immer wieder der Fall.
Noch besser wird es zwischen Bahnitz und Jerchel. Ein Betonschwellenweg mit unangenehmen Absätzen. Im Dreiviertelmetertakt werde ich durchgerüttelt. Das ist die Hölle für meinen Hintersten.
In den hat sich mittlerweile ganz böse der Wolf verbissen. Während ich auf dem Sattel von einer Seite zur anderen rutsche, um zumindest ein wenig Linderung zu finden, biege ich um eine Kurve und lande in einem Sandloch. Tolle Routenführung! Zumindest kann ich die letzten 800 m zum Ort auf dem Gras neben dem Weg fahren, sonst hätte ich schieben müssen.
Ich habe über 60 km hinter mir und Hunger, aber in Jerchel gibt es keine Gaststätte. Da muss ich halt weiter suchen. Schon seit dem Morgen ballen sich dunkle Wolken am Himmel und es sieht nach Gewitter aus. Kurz vor Premnitz gerate ich dann auch in einen Platzregen, aber danach bleibt es trocken. Erst in Mögelin (kurz vor Rathenow) finde ich einen Gasthof. Schon in den vorangegangenen Tagen hatte ich immer wieder Probleme einen geöffneten Gasthof zu finden. Ich musste oft weiter fahren, um etwas zu essen zu bekommen. Dann durchfahre ich Rathenow mit seiner schönen Altstadt. Auch hier war ich schon. Somit halte ich mich nicht lange auf.
Über Semlin erreiche ich dann endlich mein Tagesziel – Hohennauen. Auf dem Campingplatz werde ich ausgesprochen nett von dem Betreiberehepaar empfangen, aber auch von den Mücken. Die finden mich wieder mal zum Anbeißen. Immerhin finde ich Erfrischung beim Bad im Hohennauener See.
Nach einem Abendmal im Gasthof „Pille Palle“ liege ich nun hier im Zelt, auf der Flucht vor den Mücken, und schreibe meine zwei Tagesberichte.
Es wird aber auch höchste Zeit für den Schlafsack. Mir fallen schon immer wieder die Augen zu. Morgen geht es nach Sandau bei Havelberg. Dort wohnen meine Eltern und ich werde einen Ruhetag einlegen und versuchen meinen Wolf zu besänftigen.

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Geschwindigkeits Profil
Etappe 7 Tourendaten

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Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
06
2008
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Etappe 6 – Der liebenswerte Fläming

Rädigke – Kloster Lehnin, 6. Juni, 67,7 km

Eigentlich sagt die Überschrift schon fast alle, aber ich will mal genauer werden.
Nach einer gemütlichen Zeltnacht dann ein sonniger Morgen. Eigentlich hatte ich nur ein paar Brötchen und etwas Marmelade zum Frühstück haben wollen.
Aber der Platzwart und seine Frau luden Peter und mich gleich mal zum gemütlichen Früstück ein. So kann man locker in den Tag starten. Peter machte sich dann auf in Richtung Potsdam. Er wollte bis nach Polen mit dem Zug fahren. Auch ihn plagen die selben Wehwehchen wie mich. Schmerzen in den Achillessehnen und anderswo …
Der Reporter der „Märkischen Allgemeinen“ rief an und bat mich, beim Campingplatz zu bleiben. Damit verschob sich meine Abfahrt noch weiter, aber ich stand ja nicht unter Zeitdruck.
Dann kam der Mann. Viele Fragen stellte er nicht. Dafür legte er sich mächtig beim Fotografieren ins Zeug. Sogar Bilder in Fahrt aus dem fahrenden Auto heraus.
Endlich, halb zwölf, konnte ich los. In Raben traf ich auf das erste Schild zur Tour Brandenburg seit langem. In der folgenden Zeit waren die Schilder recht sporadisch zu finden, aber immerhin etwas.
Der Weg war perfekt. Bester Asphalt durch schönen Wald.
Belzig macht einen sehr gemütlichen und einladenden Eindruck mit seiner schönen Altstadt. Hier konnte ich mir endlich auch mal eine Salbe gegen mein Achillessehnenleiden besorgen.

Über Schwanebeck und Brück kam ich dann in das verträumte Borkwalde. Hier warnte mich schon ein anderer Radler vor dem, was da noch auf mich zukam. Bei Lehnin hatte es einen Unfall gegeben und die Autobahn war gesperrt. Der Verkehr kam nun über die Umgehungsstraße von Lehnin auf mich zu. Die Strecke zwischen Kanin Emstal und Lehnin musste ich auf der Landstraße fahren. Kein Radweg und der Stau … Hölle! Jeder Autofahrer, der in meine Richtung weiterfuhr, musste sich zwischen mir und der Blechlawine durchquetschen. Angst!
Aber es ging nochmal gut. Ich fuhr dann zum Naturcamping am Klostersee und rief erst mal Traugott an, um zu erfahren, wo ich mich hinstellen soll. Der sagte mir, ich müsse zum Strandbad auf der gegenüberliegenden Seite. Sch… Also nochmal um das Wasser!
Dann aber doch noch am richtigen Fleck angekommen. Hier waren schon die Vorbereitungen für das Fest in vollem Gange. Der Tourismusverband Teltow-Fläming und Lehnin gaben hier eine Dankesfeier für die vielen ehrenamtlich Mitwirkenden beim grossen Fläming-Frühlingsfest im April diesen Jahres.
Traugott und Familie kamen auch bald. Und endlich ging es los. Mit abwechselnd Disko- und Livemusik wurde für beste Stimmung gesorgt. Auch Freibier und Grillgut waren genau das richtige für mich und die anderen Gäste.
Ich hatte es mir am Tisch der Freiwilligen Feuerwehren Krahne und Lehnin bequem gemacht. Richtig lustige Truppen.
Mit Bier, Musik und Tanz wurde man bestens unterhalten. Später dann auch noch königlicher Besuch. Die amtierende Flämingkönigin gab Audienz und legte auch eine flotte Sohle auf’s Tanzparkett.
Insgesamt, bei toller Stimmung, ein richtig schöner Abend.
An diesem Tag hat sich mir der Fläming von seiner schönsten menschlichen Seite gezeigt.

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Etappe 6 Tourendaten

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Written by Piet in: Tourenberichte |

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