Jun
13
2008
0

Etappe 12 – Freitag der 13.

Ahlimbsmühle – Strausberg (Nord), 13. Juni, 122 km

Ich hab’s geschafft! Heute um 17:33 Uhr traf ich endlich in Strausberg ein. Der Kreis schließt sich.

Ich hatte mal wieder den richtigen Riecher!

Es hat geregnet, es hat verdammt viel geregnet! Und es war nicht wirklich schön, aber ich habe es doch geschafft, mich an meine geplanten 12 Etappen zu halten 🙂 .

Der eine oder andere wird sich schon gewundert haben. „Warum macht der plötzlich doch so lange Tagesetappen? Hat der etwa vor eher am Ziel zu sein?“

Richtig. Genau das war mein Gedanke, aber da ich mir meiner selbst nicht so sicher war, wollte ich erst mal Tatsachen schaffen, bevor ich darüber rede.

Gut geschlafen und gut gefrühstückt, konnte es dann, bei strömendem Regen, auf die Piste gehen. Wie auch  schon in den letzten Tagen ging es auf sehr gute Asphaltwege und –straßen. Nach einigen Stunden hat jedoch meine Gore-Jacke dem Dauerregen nichts mehr entgegenzusetzen und ich war durch und durch nass. Durchhalten! Die Parole des Tages. Die gerade mal 12 Grad Lufttemperatur trugen auch nicht gerade zum Wohlbefinden bei. Etwas später als die Jacke, haben dann auch die Schuhe kapituliert und so hatte ich dann ein Dauerfußbad. Was soll’s? Muss ich durch. Habe es ja so gewollt. Abgesehen davon hatte ich während der Tour ja nun wirklich reichlich Glück mit dem Wetter. Aufgrund des ziemlich miesen Wetters heute, habe ich sehr wenig fotografiert und mich ebenso wenig umgesehen L .

Von Joachimsthal bis an die Oder war ich heute wieder mal auf bekannten Pfaden unterwegs. Ursprünglich hatte ich ja eine Übernachtung auf dem Zeltplatz Triangeltour (www.triangeltour.de) bei Stecherschleuse (Niederfinow) geplant. Den Platz kenne ich schon von anderen Touren und er ist einer meiner Lieblingscampingplätze. Nachdem ich hier eintraf, hatte ich bereits ein Drittel der Distanz bis Strausberg hinter mir. Da gab es keinen Zweifel mehr. Ich würde die Sache durchziehen. Nur kurz zuvor führte der Weg durch Chorin, allerdings um einiges abseits des bekannten Klosters. Ich habe das Kloster Chorin schon mehrfach besucht, daher diesmal kein Abstecher sondern immer „straight forward“. Lediglich ein Bild des Schiffshebewerks Niederfinow habe ich mir gegönnt. Schon einige Male habe ich mich hier mit dem Paddelboot „liften“ lassen. Immer wieder ein Erlebnis. Im Bikeline-Führer ist zwar vermerkt, dass man ab hier auf stark befahrener Straße fährt (und das ist nicht übertrieben), aber die langanhaltende und recht ordentliche Steigung vor Liepe bis kurz vor Oderberg wird mal eben verschwiegen. Die hat es durchaus in sich. Ab Liepe war auch schon immer wieder eine Sperrung der Straße nach Oderberg, wegen Bauarbeiten, ausgeschildert. Da jedoch einige Hinweisschilder anzeigten, dass die Straße bis zu einer Pension am Ortseingang von Oderberg frei wäre, hoffte ich das Beste und fuhr drauf los. In Oderberg dann tatsächlich die Baustelle. Allerdings nur knappe 100 m lang und ich konnte direkt einfahren. Frech wie Fritze mogelte ich mich an LKW und Baumaschine vorbei und stahl mich durch den Bauzaun. Schwein gehabt. Keiner hat gemeckert und ich habe nen riesigen Umweg gespart. Als nächstes erreiche ich die Oder bei Alte Schleuse und habe die Hälfte der Strecke hinter mir. Es regnet immer noch. Laut Wetterbericht sollte es ja aufklaren und deutlich besser werden. Davon ist im Moment aber nichts zu sehen.

Ein Stück fahre ich auf dem Oder-Neiße-Radweg. Ab Neuglietzen geht es wieder „Landeinwärts“. Der Abschnitt zwischen Altglietzen und Schiffmühle ist mit einem nagelneuen Pflaster versehen (im Bikeline Führer als „nicht asphaltiert vermerkt“) und lässt sich somit bestens befahren. Von Bad Freienwalde bekomme ich gar nicht so viel mit, da die Route außen herum führt. Inzwischen habe ich ca. 70 km hinter mir und ordentlichen Hunger. So richtig ist aber nix zu finden. Da ich keine Lust habe mich bei Obi an den Imbiss zu stellen, fahre ich weiter. Geduld, Geduld! Nun geht es wieder auf perfekt asphaltierten Wegen durch die Landschaft. Endlich. Ab ungefähr zwei Uhr fängt es an aufzuheitern und tatsächlich lässt sich hin und wieder die Sonne blicken. Allerdings frischt auch der Wind auf und fährt mir ordentlich durch die nassen Klamotten. Nicht so schön, aber irgendwas hat man ja immer zu meckern. Die Rettung! In Rathsdorf entdecke ich doch noch eine Einkehrmöglichkeit. Und was für eine! „Breiers Kräutergarten und Hofcafe“ Der klangvolle Name verspricht einiges und hält noch mehr. Ich bin völlig hin und weg. Die Gaststube ist gemütlich wie in Muttern’s guter Stube (nur sehr gediegen) eingerichtet. Und das Essen…. Ein Gedicht! Wenn man sein Mal auf so liebevolle Weise gereicht bekommt (siehe Foto), dann ist das eine echte Wohltat. Gestärkt, aber immer noch feucht und jetzt ein wenig ausgekühlt, steige ich wieder aufs Rad. Mit dem frischen Wind und den nassen Plünnen dauert es ziemlich lange bis ich wieder etwas wärmer werde. Wriezen, Möglin und einige andere Orte durchfahre ich. Inzwischen bin ich nur noch darauf fixiert anzukommen. Es wird Zeit!
Zwischen Reichenow und Kähnsdorf ist ja im Bikeline-Führer ein nichtasphaltierter Weg verzeichnet. Dies stimmt aber nicht (mehr). Bestens ausgebaute Fahrstraße, macht so richtig Laune. Weniger Laune macht jedoch, der heftige Anstieg. Bei Oderberg war ich noch auf ca. 0 m. Jetzt schraube ich mich auf inzwischen über 115 m hoch. Tolles Finale!

Kurz vor Kähnsdorf schlug ich die, für mich, letzte Seite im Bikeline-Führer auf. Bald darauf war ich endlich am Ziel. Auch wenn Petrus mir kurz vor dem Ende noch einen heftigen Regenguss spendierte. Meine gerade erst halbwegs getrockneten Plünnen wurden so wieder nass, aber er hat mir zur Belohnung und als „Wink des Himmels“ noch einen Regenbogen geschickt. Direkt vor dem Ziel. Na, wenn das kein tolles Finale ist …

Im Übrigen habe ich, nach ersten Messungen, ca. 5,6 kg bei dem Unternehmen eingebüßt. Ich kann es verschmerzen. Schließlich hatte viel zu viele von diesen Kilos mit auf die Tour genommen.

Das mit den über 5 Kilo war ein wenig optimistisch. Ich bin direkt nachdem ich zu Hause war auf die Waage gestiegen, dank Flüssigkeitsverlustes im Laufe des Tages war ich um einiges leichter als normal. Nach reichlich Trinken und gutem Essen komme ich heute Morgen auf immerhin noch 4,1 kg Gewichtsverlust. Das ist ja auch nicht gerade wenig.

Fazit:

Es waren zwei unvergessliche Wochen mit unglaublich tollen Erlebnissen und Begegnungen. Das Land Brandenburg ist und bleibt für mich ein äußerst attraktives Reise- und Urlaubsziel.

Der Wechsel von Landschaften, Baustilen und vor allem Charakteren und Eigenarten der Menschen sind ein echtes Erlebnis.

Um die Frage zu beantworten: „Ist das denn nicht langweilig so allein zu reisen? Fühlst du dich nicht einsam?“.

Nur als Symbol und um Einiges zu verdeutlichen. Ich habe zwei Bücher mitgenommen, um etwas zum Lesen zu haben. Eines der beiden habe ich unangetastet bei meinen Eltern gelassen. Das zweite hatte ich schon zu Hause angefangen zu lesen und mitgenommen, da es mich brennend interessierte. Ich habe während der Zeit insgesamt nicht mal 20 Seiten gelesen! So viele Menschen, die ich traf und mit denen ich in Kontakt kam. So viele Erlebnisse und natürlich auch das Schreiben der Berichte ließen mir nur wenig Zeit für Müßiggang. Oft habe ich meine Berichte erst spät in der Nacht geschrieben, da ich mit interessanten Menschen beim Gespräch zusammen saß.

Gerade wenn man allein unterwegs ist, ist man offener für andere Menschen und diese sind eher bereit sich zu öffnen.

Tour Brandenburg.

Für mich eine unvergessliche Zeit.

Vielen Dank an alle die sich meine Berichte „angetan“ haben und mir geschrieben haben.

Aber vor allem einen riesengroßen Dank an meine beiden „Ghostwriter“ Ulrike und André, die meine unzähligen Schreibfehler weitgehend korrigiert haben (und das war mit Sicherheit echt harte Arbeit).

 

Höhenprofil
Geschwindigkeits Profil
Etappe 12 Tourendaten

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Schiffshebewerk Niederfinow

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Das Auge isst mit… „Breier´s kleiner Kräutergarten“

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Die letzte Seite im Radroutenführer wird aufgeschlagen

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Regenbogen zum Finale in Strausberg

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Der Kreis schließt sich
Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
12
2008
1

Etappe 11 – Das grosse Krabbeln

Glambecksee (Berlinchen) – Ahlimbsmühle, 12. Juni, 117 km

Die Nacht war ruhig – das Erwachen um so weniger. Ich habe mein Zelt mitten auf einer Ameisenstraße geparkt. Da die kleinen Tierchen nicht gern Umwege machen, krabbeln sie direkt über und durch mein Zelt. So viel Leben war noch nie in der kleinen Behausung. Wenigstens sind die Krabbler friedlich und aus irgend einem Grund interessieren sie sich nicht für meine Futtervorräte.
Nach einem guten Frühstück geht es wieder auf Tour. Das Wetter soll sich im Lauf des ganzen Tages wieder von der wechselhaften Seite zeigen. Zwischen dunklen Wolken und Sonnenschein ist alles zu haben.
Es geht wieder gut voran, obwohl das Motto des Tages auch „Auf und nieder, immer wieder“ lauten könnte. Schon vor Flecken Zechlin beginnt die Berg-und-Tal-Fahrt. Immer wieder, meist kurze, aber zeitweise knackige Anstiege und dann die mitunter rasanten Abfahrten. Das Rheinsberger Seengebiet ist ja bekannt für seine vielfältigen Radwandermöglichkeiten. Da wundert es nicht, dass Wegqualität und Ausschilderung dieser Etappe sehr gut sind. Deshalb komme ich auch, trotz der Steigungen, sehr gut vom Fleck.
Ab Rheinsberg fahre ich wieder auf bekannten Wegen. Ich war gerade erst zu Pfingsten (und auch schon früher) hier mit dem Rad unterwegs. Daher spare ich mir auch den Spaziergang durch den Schlosspark und mache keine Fotos (Fotos zu dieser Region von meiner Pfingsttour unter www.bergsuechtig.de). Über Menz und Neuglobsow geht es dann weiter nach Fürstenberg. Eine kleine Runde durch die Altstadt und ich wende mich in Richtung Ravensbrück. Ich passiere die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-KZ (www.ravensbrueck.de) sowie den sowjetischen Panzer, der als Ehrenmal an die Befreiung des Lagers erinnert.
Jetzt habe ich zwar schon über 60 km der geplanten 78 km hinter mir, aber Mittagspause mache ich erst in Himmelpfort, da ich dort schon die gute Küche des Gasthofs „Müllerbeek“ kennen gelernt habe. Das ist Anreiz genug, noch ein paar Kilometer zu warten. Von Himmelpfort sind es nur noch ca. 9 km zum geplanten Tagesziel Lychen. Es ist noch früh am Tag, daher beschließe ich noch die 21 km nach Templin draufzulegen, um für morgen einen kleinen Vorsprung herauszufahren. Ich traue dem Wetter nicht. Falls es morgen doch regnet, muss ich nicht so viel im Nassen strampeln.
Kurz hinter Himmelpfort dann die einzige technische Panne am Rad, die ich bisher auf der Tour habe. Schon seit einigen Kilometern lief es mit der Schaltung nicht so recht. Alle Versuche sie einzustellen fruchteten jedoch nicht. Jetzt schleift plötzlich das Hinterrad am Rahmen und mir ist sofort klar, was los ist. Im Nu habe ich das Rad „abgetakelt“, auf den Kopf gestellt, Rad und Radmutter fixiert. Schaltung wieder richtig einstellen, fertig und los. Schnell bin ich in Lychen. Somit fahre ich tatsächlich weiter nach Templin.
Während sich in Gandenitz die Dorfjugend auf das Spiel der Deutschen Elf vorbereitet, arbeite ich weiter auf dem Drahtesel. Eigentlich will ich in Templin entscheiden, ob ich auf dem Campingplatz am Fährsee übernachte oder doch noch bis Ahlimbsmühle weiterfahre. Die Wegführung durch Templin ist jedoch so verworren, dass ich erst zu spät bemerke, dass ich schon am Ortsende angelangt bin. Na wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich noch die 11 km nach Ahlimbsmühle draufpacken.
So langsam reicht es jetzt aber doch! Ahlimbsmühle erreiche ich dann schon kurz nach fünf. Das Gästehaus ist auf den ersten Schlag sympathisch, vor allem die „Paradiesbar“. In einem gemütlichen Fernsehsessel kann ich mich beim Weizen räkeln und sehe mir das desaströse Spiel „unserer Helden“ an. Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Höhenprofil
Geschwindigkeits Profil
Etappe 11 Tourendaten

Gemütlichkeit mit Hefeweizen und Wohlfühlsessel auf der Terrasse

Deutschland, deine Fans

Kloster Himmelpfort

Sowjetisches Ehrenmal in Ravensbrück

Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
11
2008
1

Etappe 10 – Wetter, Wetter, Wetter!

Lenzen (Elbe) – Glambecksee bei Sewekow, 11. Juni, 111 km

Die Nacht war ganz schön kalt. Der dünne Schlafsack konnte das nicht abhalten. Mit der Gore Tex Jacke, als Überdecke, ging es dann und mir wurde doch noch etwas wärmer.
Der Wind wehte immer noch heftig und in Böen. Noch sah der Himmel erstaunlich gut aus. Bevor ich mich auf die Reise mache, stelle ich nochmal meinen Gynäkologensattel richtig ein.
Gestern hatte ich schon befürchtet, mir ein neues Problem angeschafft zu haben, aber mit der richtigen Einstellung sitze ich jetzt sehr gut. Die wunden Stellen sind alle entlastet. Zwar drückt es jetzt woanders, aber das ist nicht ansatzweise so schlimm.
Schon auf den ersten Kilometern merke ich, dass der Wind, der mich gestern aufgrund meines schlechten CW-Wertes behinderte, mir heute sogar zeitweise hilft.
Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der auf der gesamten Etappe fast durchgehend sehr guten Asphalt- und Betonstrassen, komme ich zügig voran.
Perleberg, als erste der drei Städte an der heutigen Strecke, ist schnell erreicht.
Allerdings hat schon auf dem Weg hierher das GPSMap60CX angefangen zu spinnen, da es immer wieder ausgeht (schon gestern trat das Problem kurz vor Ende der Etappe mehrmals auf). Da ich befürchte, dass es an den Batterien des großen A-Markendiscounters liegt, stürme ich den erst besten Supermarkt und besorge mir andere .
Zunächst bringt das auch nichts, aber irgendwann entschließt sich das Gerät, doch wieder zu funktionieren. In solchen Momenten bin ich froh, zwei Geräte am Laufen zu haben. Später kann ich so zu Hause die Lücken mit den Daten des Colorado füllen. Schließlich möchte ich die TourBB möglichst komplett dokumentieren.
Ich drehe eine kleine Runde in Perleberg und entdecke den Marktplatz mit Rathaus und Roland. Am besten finde ich jedoch den Fahrradladen. Hier kann ich die Misere mit den feuchten Händen beenden, indem ich ein Paar preiswerte und bequeme Radlhandschuhe erstehe. Im allgemeinen ist heute auf den Landstraßen, die ich befahre, sehr wenig Verkehr. Dafür umso mehr am Himmel. Der Wind schiebt Unmengen an Wolken hin und her und es braut sich ganz bedrohlich was zusammen. Überhaupt fällt mir auf, dass ich keinen einzigen Radwanderer mehr sehe, seit ich den Elberadweg hinter mir gelassen habe.
Als ich in Pritzwalk einfahre, meldet sich mein Magen. Ich habe jetzt schon 67 km hinter mir und es wird Zeit für eine Mittagspause. Inzwischen hat sich der Himmel wieder fast blau gefärbt (verrücktes Wetter). Nur kurz hinter Pritzwalk liegt ein einladendes Hotel mit Terrasse. Hier mache ich es mir bei Sonnenschein gemütlich. Kaum steht die Soljanka auf dem Tisch, braut sich wieder was zusammen und es fängt an heftig zu regnen. Da Sonnenschirme auch gegen Regen gut sein können, stört mich das (noch) nicht. Ewig kann ich jedoch nicht hier bleiben. Also fahre ich im Regen weiter. Der ist jetzt von solcher Intensität, dass es zum trocken bleiben zu viel, aber für die unangenehmen Regensachen zu wenig ist. Die Temperatur ist mittlerweile von 21 auf 16 Grad gefallen. Schafskälte. Schon vor Heiligengrabe zieht es wieder auf und ich kann bei Sonnenschein durch den Garten des Kloster Stifts flanieren.
Auf den letzten fünf Kilometern vor Wittstock muss ich dann auf der überfüllten B189 fahren. Eigentlich sollte der Radweg Ende 2007 fertig sein. Man werkelt immer noch daran. Es sieht aber danach aus, als ob er bald fertig gestellt wird. Pech gehabt.
Irgendwann ist auch dies vorbei und ich radle durch den Stadtpark von Wittstock an der Stadtmauer entlang. Ich halte mich aber nicht lange auf, da inzwischen der Campingplatz zieht.
Berlinchen ist recht bald erreicht. Ich suche einen Hinweis auf das Camping. Ein kleines Schild gibt 2,5 km an und zeigt in Richtung einer Kreuzung mit drei Wegen. Wünsch dir was. Oder wie jetzt?
Endlich kommt ein älterer Herr angeradelt und erklärt mir, dies sei ein kleines Naturcamping vom Segelflugplatz. Der richtige ist am Glambecksee bei Sewekow. Wieder weiter. 🙁
Auf halber Strecke nach Sewekow kommt endlich das ersehnte Hinweisschild. Nur 3 km nach links. Nix wie hin. Auf dem Platz werde ich ausgesprochen freundlich empfangen und richte mich gleich erst mal häuslich ein. Inzwischen ist das Wetter völlig konfus und bei heftigen Windböen wechseln sich Sonne und Regenschauer ständig ab.

Nur noch drei je ca. 80 km Etappen!
Dann habe ich es geschafft :))

Höhenprofil
Geschwindigkeits Profil
Etappe 10 Tourendaten

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Written by Piet in: Tourenberichte |
Jun
10
2008
0

Etappe 9 – Vom Winde verweht

Sandau (Elbe) – Lenzen (Elbe), 10. Juni, 78 km

Es wurde aber auch Zeit. Bevor ich der Trägheit anheim falle, muss ich mich wieder auf den Weg machen.

Ich radle wieder!
Ab Havelberg folge ich dem Elbe-Radweg und bin schon mal überrascht wie viele Radfahrer hier auf Achse sind. Auf der TourBB ging es ja sehr beschaulich zu.
Leider stelle ich fest, dass Christians Prognose (siehe Kommentare) nicht eintritt. Der Wind kommt jetzt aus Nordwesten. Ich habe ihn nun ständig direkt oder schräg von vorn, das auch noch in heftigen Böen. Der Weg verläuft oben auf der Deichkrone, so hat man keinerlei Windschutz. Zeitweise motore ich im niedrigen Gang mit 14-18 km/h mühsam dagegen an.
Kurz vor Rühstädt treffe ich auf die Mündung der Havel in die Elbe. Nur wenig früher, kann ich einen der alten Elbfischer bei der Arbeit beobachten.
Überhaupt sind die Elbauen sehr sehenswert, ein lohnendes Ziel.
Als weitere Motivation kann ich mir im Storchendorf Rühstädt die Alt- und Jungstörche ansehen. Nur 2 km später stehen zwei Störche gerade mal 2 m neben mir am Straßenrand. Ich will sie aber nicht verschrecken und verzichte auf einen Stop zum Fotografieren.
Durch Wittenberge macht der Radweg einen kleinen Schlenker in die Altstadt, um dann beim stilvollen Nobelrestaurant „Kranhaus“ wieder auf den Elbdeich zu stoßen. Ab hier verlasse ich die Deichkrone, verzichte auf die herrliche Aussicht in die Elbauen und zur Elbe, um auf der tiefer liegenden Deichverteidigungsstrasse zu fahren. Dort habe ich wenigstens etwas Schutz vor dem Wind. Bei Lütkenwisch (nur noch knapp 20 km zum Ziel) gönne ich mir eine Pause im gemütlichen „Cafe am Deich“. Mit einem gemischten Trio vom Niederrhein entspinnt sich ein anregendes Gespräch. Die drei sind überrascht wie wenig hier auf dem Elberadweg los ist. So unterschiedlich können die Ansichten sein.
Als ich dann so weiterfahre, stelle ich etwa 3 km später fest, dass meine Handschuhe fehlen (warum sind nur meine Hände so feucht?!). Nö. Zurück fahre ich jetzt nicht mehr!
Kurz vor Lenzen verbannt mich ein Hinweisschild auf eine Umleitung über Wustrow. Kein Umweg, aber eben nicht der Originalweg, den ich ja aufzeichnen möchte.
Auf der Landstrasse passieren mich immer wieder Traktorgespanne, in irrsinnigem Tempo, mit zwei prall vollen Anhängern deren letzter jedes mal wie wild hin und her schleudert. Ich bin heilfroh, wenn die Höllenmaschinen an mir vorbei sind.
Lenzen zeigt mir seine Altstadt mit den Fachwerkklinkerbauten und den engen Gassen.
Nun habe ich den Wind von hinten und die letzten 5 km zum Camping am Rudowsee sind schnell geschafft. Auf diesem schönen und gepflegten Platz war ich schon zweimal und fühle ich mich fast schon ein wenig zu Hause.
Wieder treffe ich auf interessante Leute. Da ist der ältere Herr aus Berlin, der mit dem Fahrrad nach Hamburg und zurück nach Berlin fährt, um seinen Sohn zu besuchen und um einfach mal zu sehen, ob er das kann. Er kann es nicht nur. Es macht ihm sogar Lust auf mehr solche langen Touren.
Da sind die beiden Kerls aus Erfurt, die dem Lauf von Unstrut, Saale und Elbe bis Hamburg folgen. Auch mal eine etwas andere Radtour.
Wir unterhalten uns rege, ausgiebig und lustig.
So wird es auch heute wieder spät mit dem Tagesbericht. 🙁

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Geschwindigkeits Profil
Etappe 9 Tourendaten

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Written by Piet in: Tourenberichte |

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